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Sie sitzen im November auf dem Hochsitz, der Anmarsch war warm, jetzt zieht die Kälte durch die Hose. Welche Merino-Unterwäsche hält da über Stunden, und welche Eigenschaften der Wolle zählen wirklich? Die kurze Antwort: Langarmshirt und lange Unterhose aus Merinowolle als Basisschicht, bei Frost ein Hoodie darüber. Die Temperaturangaben von Hillman gelten dabei für Kombinationen, nie für ein Teil allein. Dieser Artikel zeigt, welche Schicht bei welcher Temperatur passt, was Gewicht und Stoffgewicht unterscheidet und wie Sie Sitz und Pflege vor dem Kauf prüfen. Mehr als drei Produkte brauchen Sie dafür nicht zu kennen.

Merino-Unterwäsche Herren: die erste Schicht wählen

Merino-Unterwäsche für Herren ist bei der Jagd die erste Schicht und liegt direkt auf der Haut: als Unterhemd mit langem Arm und als lange Unterhose. Wer lange auf der Kanzel sitzt, sucht sich Langarmshirt und lange Unterhose am besten als Set aus, also beide Teile zusammen. Wer viel läuft, achtet eher darauf, welche Schicht sich unterwegs öffnen oder ausziehen lässt. Die Temperaturangaben von Hillman beziehen sich je nach Modell auf unterschiedliche Kombinationen. Sie sind keine Zusage, dass ein einzelnes Teil für sich bei der genannten Temperatur warm hält.

Drei Teile aus Merinowolle bilden bei Hillman die Grundlage für Herren: das Langarmshirt und die lange Unterhose der 2BL-Serie als erste Schicht und der Hoodie der 3ML-Serie als Wärmeschicht darüber. Für ruhige und für bewegte Einsätze im Revier ist das dieselbe Grundlage, nur anders geschichtet. Alle drei stehen weiter unten in einer Tabelle mit Material, Gewicht und Temperaturbereich. Weitere Oberteile zeigt die Übersicht Merino-Thermounterwäsche für Herren, die Unterteile finden Sie unter Thermo Leggings Herren.

Warum Merinowolle nach dem Anmarsch interessant ist

Der Weg zum Hochsitz macht warm, danach kühlt der Körper beim Sitzen in der Kälte aus. Genau hier kommt bei Merinounterwäsche eine der Eigenschaften der Wollfaser ins Spiel: Sie kann Wasserdampf in ihrem Inneren aufnehmen. Die Woolmark Company nennt in einem Faktenblatt bis zu 35 % des Eigengewichts, bevor sich Wolle nass anfühlt; während die Faser Feuchtigkeit aufnimmt, gibt sie Wärme ab. Das gilt für Merinowolle wie für jede andere Wolle. Am Mischgewebe von Hillman wurde es nicht gemessen, und eine Garantie für Wärme in durchnässter Kleidung ist es auch nicht.

Für den Jäger heißt das: Wer auf dem Anmarsch schwitzt, trägt die Feuchtigkeit in der ersten Schicht mit auf den Hochsitz. Ob das Shirt dort noch angenehm sitzt, hängt davon ab, wie viel Schweiß die Faser aufgenommen hat, wie der Wind steht und was darüber liegt. Die 35 % der Woolmark Company sind ein Laborwert für die Wollfaser, keine Zusage für einen bestimmten Ansitz. Wer stark schwitzt, öffnet nach dem Anmarsch kurz die Jacke und das Shirt am Kragen, damit die Feuchtigkeit aus dem Unterhemd entweichen kann, statt auf die Faser allein zu vertrauen. Feuchtigkeitstransport ist bei Merinowolle also kein Zauberwort, sondern eine Eigenschaft mit Grenzen.

Material der 2BL-Serie: was auf der Haut liegt

Die 2BL-Serie von Hillman besteht laut den deutschen Produktseiten aus 48 % Merinowolle, 34 % Bambusviskose, 14 % Bio-Baumwolle und 4 % Elasthan. Als Faserfeinheit der Merinowolle nennen die Seiten 15,5 Mikrometer. Der Hoodie der 3ML-Serie ist anders gemischt: 70 % Merinowolle, 27 % Bambusfaser und 3 % Elasthan. Für beide Produkte gilt: Das Material ist ein Mischgewebe, keine reine Merinowolle, und die Angaben zur Feinheit stammen vom Hersteller. Die Beimischung von Bambusviskose und Baumwolle ändert nichts an der Regel: Vergleichen Sie das fertige Teil, nicht die einzelne Faser.

Ob ein Stoff auf der Haut kratzt, bleibt trotzdem auch eine Frage des eigenen Empfindens. Prüfen Sie beim Anprobieren Hals, Kragen, Unterarme und Bund, dort merken Sie es zuerst. Eine Faserfeinheit in Mikrometern ersetzt diese Probe nicht; sie sagt nur, wie fein die einzelne Wollfaser ist, nicht, wie sich das fertige Teil nach zehn Stunden im Revier anfühlt.

Welche Merino-Schicht bei welcher Temperatur

Für die Thermo-Unterwäsche der 2BL-Serie und für den Hoodie nennt Hillman auf den deutschen Produktseiten die folgenden Temperaturbereiche. Es sind Angaben des Herstellers, keine unabhängig geprüften Komfortgrenzen. Welche Kombination passt, hängt davon ab, wie viel Sie sich bewegen, wie der Wind steht, ob Feuchtigkeit von außen dazukommt, was Sie darüber tragen und wie schnell Ihnen kalt wird.

Lange Unterhose Hillman 2BL aus Merinowolle, Vorderansicht mit Bund

Teil Material Gewicht Temperatur laut Hillman
Thermounterwäsche Jagd - Merino Lange Unterhose Herren 2BL 48 % Merinowolle, 34 % Bambusviskose, 14 % Bio-Baumwolle, 4 % Elasthan, 15,5 µm ca. 260 g (Gr. 36) +5 bis -30 °C im Schichtsystem
Jagdpullover - Merino Langarmshirt | Baselayer Herren 2BL gleiche Mischung, 15,5 µm 360 g (Gr. EU 52) +5 bis +15 °C als äußere Schicht, +5 bis -30 °C in Kombination
Jagd Hoodie - Merino Wolle Kapuzenpullover | 3ML 70 % Merinowolle, 27 % Bambusfaser, 3 % Elasthan ca. 490 g (Gr. L) ca. +5 bis +15 °C als äußere Schicht, als Midlayer bis -30 °C

So lässt sich die Tabelle als Ausgangspunkt nutzen. An einem milden Tag mit viel Bewegung, etwa auf der Pirsch, ist das 2BL-Langarmshirt laut Hillman bei +5 bis +15 °C auch als äußere Schicht vorgesehen; ob eine Jacke über das Shirt gehört, hängt unter anderem von Wind und Regen ab. Für einen längeren Ansitz bilden Langarmshirt und lange Unterhose die Grundlage, der 3ML-Hoodie kommt bei Bedarf darüber. Eine Temperaturangabe ersetzt nicht den Blick auf die gesamte Ausrüstung; bei der äußeren Schicht hilft der Ratgeber zu Jagdjacken nach Jahreszeit.

Hillman 3ML Merino-Hoodie, die Wärmeschicht über dem Langarmshirt

Das sind Auswahlhilfen, keine getesteten Kombinationen für einen bestimmten Jagdtag. Wer eine Jagdreise plant, findet im Ratgeber zu leichter Jagdausrüstung auch über die Unterwäsche hinaus Hilfe.

Ansitz oder Pirsch: das Aktivitätsniveau entscheidet mit

Dieselbe Thermounterwäsche fühlt sich auf dem Ansitz und auf der Pirsch verschieden an, weil der Körper bei beiden Aktivitäten verschieden viel Wärme abgibt. Beim Ansitz sitzen Sie über Stunden still, oft bei Wind und in den kältesten Stunden vor Sonnenaufgang. Hier zählt, wie viel Wärme die Kombination hält und ob das Unterhemd nach dem Anmarsch trocken genug ist. Auf der Pirsch laufen Sie, bleiben stehen, glasen, laufen weiter. Hier zählt eher, ob sich eine Schicht schnell öffnen oder ausziehen lässt, bevor Sie schwitzen und die Feuchtigkeit im Shirt bleibt. Beide Aktivitäten stellen also verschiedene Fragen an dieselbe Unterwäsche.

Für ruhige Jagdtage mit wenig Bewegung ist deshalb die Kombination aus Shirt, langer Unterhose und Hoodie der Ausgangspunkt, bei Frost mit der Jacke darüber. Für Jagdtage mit hohem Aktivitätsniveau ist das Langarmshirt laut den Angaben von Hillman bei +5 bis +15 °C als äußere Schicht vorgesehen; die lange Unterhose nehmen Sie dann nach eigenem Empfinden dazu. Wer zwischen Anmarsch und Ansitz wechselt, packt die zusätzliche Wärmeschicht so in den Rucksack, dass sie oben liegt und nach dem Anmarsch griffbereit ist.

Tipp aus dem Revier für Einsätze bei Frost: Ziehen Sie den Hoodie nicht schon am Auto an, sondern erst auf dem Hochsitz. So kommt die Wärmeschicht trocken über die Unterwäsche, und die Kälte der ersten Stunde trifft auf drei Lagen statt auf zwei. Für andere Aktivitäten, etwa die Nachsuche oder das Treiben, gilt wieder die Regel der Pirsch: lieber eine Schicht weniger und die Jacke offen.

Gewicht und Stoffgewicht: zwei verschiedene Zahlen

Stoffgewicht und Kleidungsgewicht sind zwei verschiedene Zahlen. Eine Vergleichstabelle im französischen Hillman-Shop nennt für „2BL Merino-Bambou“ 200 g/m², für eine synthetische Standard-Unterhose 150-180 g/m² und für eine schwere Baumwollhose 250 g/m². Diese Werte stammen aus der französischen Tabelle und beschreiben keine allgemeinen Materialklassen; die deutschen Produktseiten der drei Modelle nennen kein Flächengewicht. Die Grammangaben in der Tabelle oben gelten dagegen für ein ganzes Kleidungsstück in der genannten Konfektionsgröße. Aus keinem der beiden Werte allein lässt sich ablesen, wie warm eine Kombination hält.

Wer im Winter zwischen zwei Teilen aus Merinowolle wählt, vergleicht deshalb besser die ganze Angabe: Material, Gewicht in der eigenen Konfektionsgröße und den Temperaturbereich, den der Hersteller für die Kombination nennt. Ein schwereres Teil ist nicht automatisch das wärmere, und ein leichteres nicht automatisch das für die Pirsch. Mehr Komfort auf dem Ansitz entsteht aus der passenden Kombination, nicht aus der größten Zahl. Das gilt für alle Einsätze im Revier, vom kurzen Abendansitz bis zum ganzen Tag im Schnee.

Funktionsunterwäsche aus Merinowolle oder Synthetik: worauf es beim Vergleich ankommt

Wer bei Funktionsunterwäsche zwischen Merinowolle und Synthetik wählt, vergleicht besser das ganze Kleidungsstück als nur das Material: Zusammensetzung, Passform, Pflege und den Einsatz, für den es gedacht ist. Der Name der Faser allein sagt wenig darüber, wie sich zwei fertige Teile gegeneinander schlagen. Begriffe wie Temperaturregulierung, Feuchtigkeitstransport oder Tragekomfort stehen bei Funktionsunterwäsche auf vielen Verpackungen; was dahinter steckt, zeigt erst die Angabe zu Material und Aufbau des jeweiligen Teils. Auch das Tragegefühl auf der Haut lässt sich nicht aus der Faser ablesen, nur aus dem fertigen Stück.

Zum Geruch gibt es eine Untersuchung von McQueen und Kollegen aus dem Jahr 2007. Das Forschungsteam verglich neun Strickstoffe aus Baumwolle, Wolle und Polyester nach dem Tragen. Die Polyesterstoffe wurden bei der Geruchsintensität hoch bewertet, die Woll- und Baumwollstoffe niedrig bis mittel. Bei Polyester spielte auch die Strickstruktur eine Rolle. Das Ergebnis gilt nur für diese Stoffe und für Achselgeruch. Eine antibakterielle Wirkung belegt es nicht, und dass Wild einen Jäger in Wolle schlechter wittert, folgt daraus ebenso wenig. Die 2BL-Mischung von Hillman war nicht Teil der Studie.

Wenn Sie Hillman mit Härkila, Seeland oder Deerhunter vergleichen, legen Sie die Angaben des jeweiligen Modells nebeneinander: Material, Gewicht, Temperaturbereich. Eine Faserfeinheit oder Temperaturangabe gilt für ein Modell, nicht für die ganze Marke. Die Angaben der drei Hillman-Modelle stehen in der Tabelle oben; wie sie neben Woolpower, Devold und anderen Herstellern aussehen, zeigt der Abschnitt „Hillman im Vergleich“ weiter unten.

Für die Kälte im Winter hilft die Übersicht Merino Thermounterwäsche Herren für die Jagd dabei, Oberteil und zusätzliche Wärmeschicht zusammenzustellen. Den Vergleich mit Funktionsunterwäsche aus Synthetik führen Sie dann anhand der Angaben des jeweiligen Anbieters.

Passform und Größe: unter der Jagdhose anprobieren

Jäger im Hillman 2BL Merino-Langarmshirt auf einer Wiese im Herbst

Probieren Sie Thermo-Unterwäsche aus Merinowolle mit der Jagdhose und der Jacke an, die Sie darüber tragen werden. Im Stehen passt fast alles. Beugen Sie sich vor und setzen Sie sich hin: Das Shirt soll den Rücken bedeckt halten und nicht aus der Hose rutschen. Im Sitzen zeigt sich auch, ob die lange Unterhose am Bund einschneidet oder in der Kniekehle Falten wirft. Dann Handschuhe und Jacke dazu und prüfen, ob die Ärmelbündchen stören oder hochrutschen. Jäger, die viel laufen, merken einen schlechten Sitz früher als der Ansitzjäger, aber beide merken ihn.

Zur Konfektionsgröße: Die lange Unterhose 2BL gibt es laut den deutschen Produktseiten in den Größen 44 bis 60, das Langarmshirt 2BL in 48 bis 68 und den Hoodie 3ML in 46 bis 68. Die Unterwäsche soll am Körper anliegen, ohne zu spannen; ein Teil, das unter der Jagdhose Falten wirft, scheuert auf dem Anmarsch, und der Tragekomfort ist dahin. Wer zwischen zwei Größen liegt, probiert beide mit der Jagdhose an und entscheidet im Sitzen, nicht vor dem Spiegel. Das Shirt und die Unterhose sollten dabei zur selben Jagdhose passen, nicht zu zwei verschiedenen.

Thermo-Unterwäsche im Schichtsystem: was über die erste Schicht gehört

Im Schichtsystem liegt die Thermo-Unterwäsche als Basisschicht direkt auf der Haut, darüber bei Bedarf ein Midlayer und zuletzt die Außenschicht, die zu den Wetterbedingungen passt. Bei Hillman ist der Hoodie der 3ML-Serie dieser Midlayer: ein Pullover mit Kapuze aus Merinowolle, den der Hersteller bei +5 bis +15 °C als äußere Schicht und darunter bis -30 °C als Midlayer unter der Jacke vorsieht. Unter der Jacke stört der Kragen des Shirts darunter nicht, solange beide Teile nicht zugleich am Hals spannen.

Wie viele Schichten es braucht, hängt von den Wetterbedingungen ab, davon, wie viel Sie sich bewegen, und davon, wie lange der Ansitz dauert. Ein Morgen im Oktober bei +8 °C und ein Ansitz im Januar bei -10 °C brauchen über derselben Basisschicht verschiedene Lagen. Die Unterwäsche bleibt gleich; was sich ändert, sind Midlayer und Jacke, und mit ihnen die Wärme, die der Körper behält. Das ist der Grund, warum Hillman für Oberteil und lange Unterhose aus Merinowolle einen Bereich von +5 bis -30 °C nennt: Die Spanne entsteht durch das, was Sie darüber schichten.

Pflege: zuerst das Etikett lesen

Die Pflegeanweisungen von Hillman nennen für Wolle kaltes Wasser oder das Wollprogramm, Waschmittel ohne Enzyme und Lüften als Alternative zum Waschen, und sie verweisen ausdrücklich auf das Etikett. Auf den Produktseiten der drei Modelle steht dagegen nicht kaltes Wasser, sondern Maschinenwäsche bis 30 °C. Maßgeblich ist deshalb für jedes Teil sein eigenes Etikett, nicht eine allgemeine Angabe auf einer Webseite.

Vor dem Waschen also Etikett und Waschmittel prüfen; für Wolle nennen die Pflegeanweisungen Waschmittel ohne Enzyme. Nach dem Jagdtag ist Lüften laut den Pflegeanweisungen eine Alternative zum Waschen; wie viele Tage im Revier ein Teil ohne Wäsche auskommt, sagen sie nicht. Beim Trocknen richten Sie sich nach dem Etikett des jeweiligen Teils, denn der Abschnitt Wolle der Pflegeanweisungen macht dazu keine Angabe.

Tipp: Hängen Sie die Merinounterwäsche nach dem Ansitz über Nacht an die Luft, bevor Sie entscheiden, ob sie in die Wäsche muss. Das ist die Reihenfolge, die die Pflegeanweisungen nahelegen, und sie spart manche Wäsche.

Vor dem Kauf: Temperatur, Gewicht und Passform prüfen

Vier Fehler lassen sich vor dem Kauf vermeiden:

  1. Die Temperaturangabe allein lesen. Die Angaben bis -30 °C gelten für Kombinationen, nicht für ein einzelnes Teil; Wetter und übrige Ausrüstung schätzen Sie trotzdem selbst ein.
  2. Gewicht und Stoffgewicht verwechseln. Die rund 260 g der langen Unterhose gelten für das ganze Kleidungsstück in einer bestimmten Größe, die 200 g/m² aus der französischen Tabelle für einen Quadratmeter Stoff. Eine Temperaturgrenze steckt in keinem der beiden Werte.
  3. Nur im Stehen anprobieren. Bund, Knie und Rücken zeigen erst im Sitzen, ob der Sitz stimmt.
  4. Eine Pflegeangabe auf jedes Modell übertragen. Welches Waschprogramm passt, entscheidet das Etikett des jeweiligen Teils.

Legen Sie vor dem Kauf im Überblick fest, was fehlt: ein Oberteil, eine lange Unterhose oder eine zusätzliche Wärmeschicht für den Winter. Vergleichen Sie dann die Angaben der passenden Produkte und nicht nur das Wort „Merino“.

Hillman im Vergleich: Woolpower, Devold, Härkila und andere Merino-Unterwäsche für die Jagd

Wer Merino-Unterwäsche für die Jagd sucht, stößt schnell auf Woolpower, Devold, Aclima, Härkila und Ortovox. Das sind gute Hersteller im Premiumbereich, und ihre Angaben verdienen denselben Blick wie die von Hillman. Darum stehen hier fünf Modelle mit dem, was die jeweilige Produktseite selbst nennt, gelesen am 28.10.2026. Das ist keine Bewertung und kein Test, sondern eine Gegenüberstellung veröffentlichter Angaben: Keines der Modelle wurde von uns getragen oder gemessen.

Der Unterschied bei Hillman liegt beim Baselayer in der Faser und in der Mischung. Die 2BL-Serie nennt Merinowolle mit 15,5 Mikrometer Faserfeinheit, dazu 34 % Bambusviskose und 14 % Bio-Baumwolle statt Polyester oder Polyamid. Die Woolmark Company schreibt, dass der Komfort von Wolle weitgehend vom Faserdurchmesser abhängt: Feine Fasern biegen sich bei Hautkontakt, grobe Fasern über 30 bis 32 Mikrometer drücken auf die Haut und kratzen. Merinowolle liegt laut Woolmark allgemein unter 22 Mikrometer. Eine feinere Faser sagt also etwas über das Gefühl auf der Haut, nicht darüber, wie warm ein Teil auf dem Ansitz hält.

Marke Modell Material laut Produktseite Faserfeinheit laut Produktseite Stoffgewicht laut Produktseite Gelesen am
Hillman 2BL Langarmshirt und lange Unterhose 48 % Merinowolle, 34 % Bambusviskose, 14 % Bio-Baumwolle, 4 % Elasthan 15,5 µm 200 g/m² 25.10.2026
Woolpower Crewneck 200 (Ullfrotté Original) 60 % Merinowolle, 25 % Polyester, 13 % Polyamid, 2 % Elastan 22 µm (Materialseite) 200 g/m² 28.10.2026
Devold Expedition Merino 235 Shirt innen 100 % Merinowolle, außen 90 % Merinowolle, 10 % Polyamid 18,7 µm innen, 20,5 µm außen 235 g/m² 28.10.2026
Aclima WarmWool Crewneck 100 % Merinowolle 19,5 µm 220-225 g/m² 28.10.2026
Härkila Aspire Base Layer Set 100 % Merinowolle, mulesingfrei nennt auf der Produktseite keine Faserfeinheit „200 g“ laut Seite 28.10.2026
Ortovox 230 Competition Long Sleeve 57 % Schurwolle (Merino), 41 % Polyamid, 2 % Elastan 16,5 µm 190 g/m², Zonen 240 g/m² 28.10.2026

Woolpower nennt für das Crewneck 200 aus Ullfrotté Original 60 % Merinowolle, 25 % Polyester, 13 % Polyamid und 2 % Elastan bei 200 g/m² und eine Faserfeinheit von 22 Mikron; die Produktseite führt die Jagd ausdrücklich als Verwendungszweck auf. Hillman liegt beim Stoffgewicht mit 200 g/m² gleichauf, bei der Faser mit 15,5 Mikron darunter, und setzt statt Polyester und Polyamid auf Bambusviskose und Bio-Baumwolle. Woolpower strickt den Stoff innen mit Frotteeschlingen. Welches Teil sich unter der Jagdhose besser anfühlt, entscheidet die Anprobe.

Devold baut das Expedition Merino 235 Shirt zweilagig: innen 100 % Merinowolle mit 18,7 Mikron, außen 90 % Merinowolle und 10 % Polyamid mit 20,5 Mikron, 235 g/m². Die Seite nennt Polarexpeditionen, nicht die Jagd. Hillman nennt für die 2BL-Serie 200 g/m² und 15,5 Mikron, also weniger Stoffgewicht und eine feinere Faser als beide Devold-Werte; die Wärme für den Ansitz bei Frost kommt bei Hillman aus dem 3ML-Hoodie darüber, nicht aus einem dickeren Stoff.

Aclima nennt für das WarmWool Crewneck 100 % Merinowolle, 220 bis 225 g/m² und 19,5 Mikron; die Seite nennt Outdoor, Skifahren und Alltag. Reine Merinowolle gegen Mischgewebe: Hillman verbindet 48 % Merinowolle mit 15,5 Mikron mit 34 % Bambusviskose, 14 % Bio-Baumwolle und 4 % Elasthan. Die Faser ist feiner, das Gewebe ist kein reines Wollgewebe; welcher Weg einem besser liegt, ist eine Frage des Jagdtags und des eigenen Empfindens.

Härkila ist wie Hillman eine Jagdmarke. Für das Aspire Base Layer Set nennt die Produktseite 100 % mulesingfreie Merinowolle mit 200 g und als Aktivitäten Pirsch, Drückjagd und Ansitz; das Base All Season Langarmshirt besteht aus 80 % Merinowolle und 20 % Polyester. Härkila nennt auf der Produktseite keine Faserfeinheit, Hillman nennt sie mit 15,5 Mikron für die 2BL-Serie. Wer beide vergleichen will, legt die Angaben nebeneinander, die beide veröffentlichen, und fragt nach dem Wert, der fehlt.

Ortovox nennt für das 230 Competition Long Sleeve 57 % Schurwolle vom Merinoschaf, 41 % Polyamid und 2 % Elastan, 190 g/m² mit Zonen von 240 g/m² und 16,5 Mikron; die Seite ordnet das Shirt Skitouren und Freeride zu. Mit 16,5 Mikron liegt Ortovox nahe an Hillman. Der Unterschied ist die Mischung: 41 % Polyamid bei Ortovox, bei Hillman Bambusviskose und Bio-Baumwolle neben der Merinowolle. Keine Zahl in der Tabelle oben macht ein Modell zum besseren, und eine Bewertung, wie warm ein Teil hält, steckt in keiner davon. Ein Test unter gleichen Bedingungen liegt nicht vor; die Zahlen zeigen, was jeder Hersteller von sich sagt.

Häufige Fragen zu Merino-Unterwäsche für die Jagd

Ab welcher Temperatur sollte man Thermounterwäsche tragen?

Eine feste Grenze nennt Hillman nicht. Die deutschen Produktseiten geben für das 2BL-Shirt +5 bis +15 °C als äußere Schicht an und +5 bis -30 °C in Kombination mit weiteren Schichten; für die lange Unterhose 2BL +5 bis -30 °C im Schichtsystem. Wann Sie die lange Unterhose dazunehmen, entscheiden Wind, Nässe, Dauer des Ansitzes und das eigene Kälteempfinden.

Ist Merinowolle warm?

Merinowolle kann laut der Woolmark Company Wasserdampf in der Faser aufnehmen und gibt dabei Wärme ab; das gilt für jede Wollart und wurde am Mischgewebe von Hillman nicht gemessen. Von Temperaturregulierung sprechen viele Anbieter; Hillman nennt stattdessen Temperaturbereiche für Kombinationen. Wie warm eine Kombination hält, hängt vom Schichtsystem ab, nicht von den Eigenschaften der Faser allein. Die Temperaturangaben von Hillman gelten für Kombinationen, nicht für ein einzelnes Teil.

Was zieht man unter Merino-Unterwäsche an?

Nichts. Sie ist die erste Schicht und liegt direkt auf der Haut, als Unterhemd und als lange Unterhose. Darüber kommen bei Bedarf der Hoodie als Midlayer und zuletzt die Jacke, die zum Wetter passt.

Worauf sollte man bei Thermounterwäsche für die Jagd achten?

Auf vier Angaben des jeweiligen Modells: Material, Gewicht in der eigenen Konfektionsgröße, den Temperaturbereich, den der Hersteller für die Kombination nennt, und die Pflege laut Etikett. Dazu, wie das Teil im Sitzen sitzt, mit Jagdhose und Jacke darüber. Das gilt für Funktionsunterwäsche aus Merinowolle wie für Funktionswäsche aus Synthetik.

Wie wäscht man Merinounterwäsche?

Nach dem Etikett des jeweiligen Teils. Die Pflegeanweisungen von Hillman nennen für Wolle kaltes Wasser oder das Wollprogramm und Waschmittel ohne Enzyme; die Produktseiten der drei Modelle nennen Maschinenwäsche bis 30 °C. Lüften ist laut den Pflegeanweisungen bei Wolle eine Alternative zum Waschen.

Riecht Merino-Unterwäsche weniger als Synthetik?

In der Untersuchung von McQueen und Kollegen aus dem Jahr 2007 wurden Polyesterstoffe bei der Geruchsintensität hoch bewertet, Woll- und Baumwollstoffe niedrig bis mittel. Das gilt für die neun geprüften Strickstoffe und für Achselgeruch; die Hillman-Mischung war nicht dabei, und über die Witterung von Wild sagt die Studie nichts.

Ist Skiunterwäsche das Gleiche wie Thermounterwäsche für die Jagd?

Vom Material her oft ja, vom Einsatz her nicht. Beim Skifahren wechseln sich kurze Belastung und Liftfahrt ab, auf dem Ansitz sitzen Sie Stunden still, auf der Pirsch gehen Sie langsam und bleiben oft stehen. Viele Wollshirts von Bergsportmarken nennen auf der Produktseite Skitouren oder Alltag, nicht die Jagd. Beim Komfort auf der Haut zählt die Faserfeinheit, bei der Wärme der Einsatz und das, was darüber liegt. Entscheidend bleiben die Angaben des Modells: Material, Stoffgewicht, Temperaturbereich für die Kombination und der Sitz unter der Jagdhose.

Quellen und Informationen

  • Hillman Deutschland, Produktseiten der 2BL- und 3ML-Serie: Zusammensetzung, Gewicht, Faserfeinheit (2BL), Konfektionsgrößen und die veröffentlichten Temperaturbereiche (Stand 25.10.2026; die drei Seiten sind im Text verlinkt). Die drei Titel stehen in der ersten Tabelle so, wie die Seiten sie schreiben.
  • Hillman, Seite „Pflegeanweisungen“, Abschnitt Wolle: kaltes Wasser oder Wollprogramm, Waschmittel ohne Enzyme, Lüften als Alternative; das Etikett beachten. https://www.hillmandeutschland.de/pages/pflegeanweisung (Stand 25.10.2026)
  • Hillman Frankreich, technische Vergleichstabelle auf der Kategorieseite für lange Unterhosen aus Merinowolle: 200 g/m² für „2BL Merino-Bambou“, 150-180 g/m² für eine synthetische Standard-Unterhose, 250 g/m² für eine schwere Baumwollhose. https://hillmanchasse.com/collections/pantalons-de-base-en-laine-merinos-pantalons-de-chasse-sous-vetements-thermiques-et-calecons-longs (Stand 25.10.2026)
  • The Woolmark Company, Faktenblatt „Wool is naturally breathable“: Wolle ist hygroskopisch, nimmt Wasserdampf aus der Umgebung auf und kann bis zu 35 % ihres Gewichts aufnehmen, bevor sie sich nass anfühlt und an der Haut klebt; bei der Aufnahme gibt sie Wärme ab. Die Aussage bezieht sich auf die Wollfaser, nicht auf ein geprüftes Hillman-Kleidungsstück. https://www.woolmark.com/industry/research/factsheets/wool-is-naturally-breathable/ (abgerufen 25.10.2026)
  • International Wool Textile Organisation (IWTO), „Breathability and Wool“: ebenfalls bis zu 35 % des Eigengewichts an Feuchtigkeit, zurückgeführt auf den hydrophilen Faserkern. https://iwto.org/wellness/breathability/ (abgerufen 25.10.2026)
  • McQueen, R. H., Laing, R. M., Brooks, H. J. L., Niven, B. E. (2007): „Odor intensity in apparel fabrics and the link with bacterial populations“, Textile Research Journal 77(7), S. 449-456, DOI 10.1177/0040517507074816. Begutachtete Textilforschung. Die Studie hat weder Hillman-Produkte noch die Geruchswahrnehmung von Wild untersucht.
  • Zur Einordnung der Messmethoden: McQueen, R. H., Vaezafshar, S. (2020): „Odor in textiles: A review of evaluation methods, fabric characteristics, and odor control technologies“, Textile Research Journal 90(9-10), S. 1157-1173, DOI 10.1177/0040517519883952.
  • The Woolmark Company, „Is wool comfortable for sensitive skin?“: Der Tragekomfort hängt weitgehend vom Faserdurchmesser ab; Jucken und Kratzen entstehen, wenn grobe Fasern über 30-32 Mikrometer auf die Haut drücken; feine Fasern biegen sich bei Hautkontakt. https://www.woolmark.com/fibre/what-is-the-wool-fibre/is-wool-comfortable-for-sensitive-skin/ (abgerufen 28.10.2026)
  • The Woolmark Company, Seite zur Merinowolle: Sie liegt allgemein unter 22 Mikrometer. https://www.woolmark.com/fibre/what-is-merino-wool/ (abgerufen 28.10.2026)
  • Woolpower, Produktseite „Crewneck 200“ und Materialseite „Ullfrotté Original“: Zusammensetzung, 200 g/m², 22 Mikron, Verwendung Jagd. https://www.woolpower.se/en/p/crewneck-200-black und https://www.woolpower.se/en/guides/our-materials/ullfrotte-original (abgerufen 28.10.2026)
  • Devold, Produktseite des Expedition-Shirts GO155224A: Zusammensetzung innen und außen, 235 g/m², 18,7 und 20,5 Mikron. https://www.devold.com/de-de/product/expedition-merino-235-shirt-man-go155224a/ (abgerufen 28.10.2026)
  • Aclima, Produktseite „WarmWool Crewneck M's“: 100 % Merinowolle, 220-225 g/m², 19,5 Mikron. https://www.aclima.com/de-de/p/warmwool-crewneck-ms-marengo (abgerufen 28.10.2026)
  • Härkila, Produktseiten „Aspire Base Layer Set“ und „Base All Season L/S T-Shirt“: Zusammensetzung, „200 g“ und Aktivitätstyp; keine Faserfeinheit genannt. https://harkila.com/de-de/shop/jagdbekleidung-fuer-herren/jagdbasisschichten/harkila-aspire-base-layer-set-shadow-brown-10629 und https://harkila.com/de-de/shop/jagdbekleidung-fuer-herren/jagdbasisschichten/harkila-base-all-season-l-s-t-shirt-shadow-brown-10381 (abgerufen 28.10.2026)
  • Ortovox, Produktseite „230 Competition Long Sleeve M“: Zusammensetzung, 190 und 240 g/m², 16,5 Mikron. https://www.ortovox.com/uk-en/men/mountainwear/base-layer/base-layer-long/230-competition-long-sleeve-m/4251422589567 (abgerufen 28.10.2026)