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Kurz gesagt

  • Signalfarbe so, wie der Jagdleiter sie vorgibt: meist Warnweste, Hutband oder beides.
  • Am Stand stehen Sie zwei bis drei Stunden fast still. Ziehen Sie sich an wie für einen Winteransitz, nur beweglicher.
  • Treiber und Hundeführer brauchen dornenfeste, gut belüftete Kleidung, denn in der Dickung schwitzt man.
  • Wasserdicht von der Kapuze bis zum Stiefel: Eine Drückjagd fällt selten wegen Regen aus.

Von Jonas Hartmann · Aktualisiert am 3. November 2026

Auf der Drückjagd braucht der Schütze am Stand vor allem Wärme für die lange Standzeit, Treiber und Hundeführer dagegen robuste, gut belüftete Kleidung für die Dickung. Für alle gilt: gut sichtbare Signalfarbe nach Vorgabe des Jagdleiters und Schutz vor Regen von oben bis unten.

Die Tarnung ist dabei zweitrangig. Am Stand zählen vor allem Ruhe und wenig Bewegung, nicht die Farbe der Jacke.

Was ziehe ich als Schütze auf dem Drückjagdstand an?

Kleiden Sie sich wie für einen Winteransitz, nur etwas beweglicher. Sie stehen oder sitzen zwei bis drei Stunden fast still, oft auf einem offenen Drückjagdbock oder am Boden. Bewährt haben sich Merinowäsche, eine warme Zwischenschicht und eine winddichte, leise Außenschicht, dazu gefütterte Stiefel und eine Mütze. Darüber kommt die Warnweste.

Achten Sie auf Bewegungsfreiheit in den Schultern. Eine zu dicke Jacke behindert beim schnellen Anschlagen auf flüchtiges Wild. Lieber eine dünne Schicht mehr darunter als eine sperrige Außenjacke. Tragen Sie die Zwischenschicht im Rucksack zum Stand und ziehen Sie sie erst dort an, dann kommen Sie nicht verschwitzt an.

Was brauchen Treiber und Hundeführer auf der Drückjagd?

Hosen und Jacken, die Brombeeren, Schlehen und Fichtenäste aushalten, ohne zu reißen. In der Dickung schwitzt man stark, deshalb sind Belüftung und eine atmungsaktive Membran wichtiger als dicke Isolierung. Dazu kommen Signalfarbe, griffige wasserdichte Stiefel und Handschuhe gegen Dornen. Ein Stück Kleidung zum Wechseln im Auto ist Gold wert.

Hundeführer denken zusätzlich an ihre Hunde. Eine Warnhalsung oder eine Schutzweste macht den Hund für die Schützen sichtbar, und gerade bei Sauen ist eine Schutzweste für Stöberhunde inzwischen üblich.

Welche Signalfarbe ist auf der Drückjagd vorgeschrieben?

Das legt der Jagdleiter fest, und seine Vorgabe gilt. Üblich ist leuchtendes Orange, als Warnweste, Jacke mit Signalanteil oder Hutband. Treiber und Hundeführer müssen sich deutlich von der Umgebung abheben, so wie der Jagdleiter es vorgibt. Viele Jagdleiter verlangen inzwischen auch von den Schützen Weste oder Hutband, damit jeder Nachbar jeden Stand sieht.

Die meisten Jagdjacken und Jagdhosen sind auf Tarnung ausgelegt, auch die von Hillman. Die Warnweste kaufen Sie deshalb am besten separat. Sie kostet wenig, passt über jede Jacke und lässt sich zum Ansitz wieder abnehmen. Reflexstreifen an einer Jacke helfen in der Dämmerung, ersetzen die Weste aber nicht.

Wie wichtig ist Wasserdichtigkeit auf der Drückjagd?

Sehr wichtig, denn Drückjagden laufen von Oktober bis Januar bei fast jedem Wetter. Wer am Stand nass wird, kühlt während der Standzeit schnell aus. Jacke und Hose mit Membran und verschweißten Nähten halten Regen ab. Im Treiben kommen nasses Laub und hohes Gras dazu, die eine Hose ohne Membran in Minuten durchweichen.

Achten Sie auf eine Kapuze, die sich mit dem Kopf mitdreht. Verdeckt sie beim Umschauen das Sichtfeld, verlieren Sie Nachbarn und Treiber aus dem Blick, und das ist auf der Drückjagd gefährlich.

Welche Stiefel eignen sich für die Drückjagd?

Für Schützen am Stand ein gefütterter, wasserdichter Stiefel, weil die Füße beim Stillstehen zuerst auskühlen. Treiber brauchen eher einen leichteren Stiefel mit gutem Profil, der am Hang und auf nassen Wurzeln hält. Gummistiefel gehen auf flachen, nassen Flächen, rutschen aber im steilen Gelände und lassen den Fuß schwitzen.

Wer an einem Tag Schütze und am nächsten Treiber ist, nimmt einen leichten Stiefel mit Membran und packt für den Stand dicke Wollsocken und Zehenwärmer ein.

Tarnkleidung mit Warnweste oder komplette Signalkleidung: was ist die bessere Wahl?

Für Schützen, die auch ansitzen und pirschen, ist Tarnkleidung mit separater Warnweste und Hutband die praktischere Lösung: ein Satz Kleidung für alle Jagdarten. Treiber und Hundeführer, die viel in Dickungen unterwegs sind, sind mit Jacke oder Hose in Signalfarbe besser bedient, weil eine Weste an Ästen hängen bleibt und verrutscht.

Tarnkleidung mit Warnweste Tarnkleidung mit Signal-Hutband Jacke oder Hose in Signalfarbe
Sichtbarkeit gut von vorn und hinten nur am Kopf, oft zu wenig sehr gut von allen Seiten
Auch für Ansitz und Pirsch ja, Weste abnehmen ja kaum
In der Dickung Weste kann hängen bleiben unproblematisch robust, nichts verrutscht
Zusatzkosten gering sehr gering höher, eigenes Kleidungsstück
Passt für Schützen Schützen, wenn der Jagdleiter es erlaubt Treiber, Hundeführer

Ein Hutband allein reicht vielen Jagdleitern nicht. Fragen Sie vor der Jagd nach, statt am Sammelplatz ohne Weste dazustehen.

Welche Hillman-Bekleidung passt zur Drückjagd?

Für den Stand die Jagdjacke Alpha 6 und die Winterhose 6OL, beide isoliert, wasserdicht und mit leisem Oberstoff. Für Treiber eher die leichte Regenjacke und die Regenhose 5WL mit Belüftung und dornenfestem Material. Eine Warnweste gehört bei allen separat dazu. Die Angaben unten stammen von den Produktseiten.

  • Jagdjacke Alpha 6: Dryhunt®-Membran mit 11.000 mm Wassersäule, versiegelte Nähte und YKK AquaGuard Reißverschlüsse, Unterarm-Belüftung, OptiSight6® Kapuze mit 6-Punkt-Verstellung. Einsatzbereich +20 °C bis -25 °C mit zusätzlichen Schichten; bei Kälte empfiehlt der Hersteller eine Größe größer für Schichten darunter.
  • Winterhose 6OL: dornenfestes Durasuede mit gebürsteter Oberfläche, vollständig verschweißte Nähte, Belüftungsreißverschlüsse, laut Produktseite +20 °C bis -20 °C.
  • Regenjacke 5WL in Camouflage: 11.000 mm Wassersäule, 32.000 g/m²/24 h, 690 g, Cluster® System für Munition und Messer auf Brusthöhe, Reflexstreifen in Signalfarben. Die Streifen ersetzen keine Warnweste.
  • Regenhose 5WL: 11.000 mm Wassersäule, versiegelte Nähte, durchgehende Seitenreißverschlüsse zum Lüften, verstellbare Knöchel- und Knieweite.
  • Jagdstiefel Alpha DryHunt: laut Produktseite bei der Drückjagd mit flexibler Sohle und schnellem Schnürsystem, Vibram® MegaGrip™ Sohle, Temperaturbereich +22 °C bis -5 °C.
  • Sicherheitshalsband für den Hund: auffällige Warnhalsung mit reflektierenden Applikationen, waschbar, laut Produktseite auch als Hut- oder Armband zu tragen.

Was speziell bei Bewegungsjagden auf Sauen dazukommt, steht in unserem Beitrag Schwarzwild-Ausrüstung. Mehr zu robusten Hosen lesen Sie in Dornenfeste Jagdhose für den Winter.

Häufige Fragen

Muss ich als Schütze eine Warnweste tragen?

Wenn der Jagdleiter es verlangt, ja. Viele tun das inzwischen grundsätzlich. Eine Weste im Auto zu haben, schadet nie.

Ist Tarnkleidung auf der Drückjagd überhaupt sinnvoll?

Für das Wild kaum, es kommt ja getrieben. Wer dieselbe Kleidung auch zum Ansitzen trägt, fährt mit Tarnung plus Weste aber gut.

Wie warm muss ich mich für den Stand anziehen?

Wärmer als für den Weg dorthin. Packen Sie eine Zwischenschicht ein und ziehen Sie sie am Stand an.

Braucht mein Hund eine Warnhalsung?

Für Stöberhunde ist sie dringend zu empfehlen, bei Sauen am besten zusammen mit einer Schutzweste.

Jonas Hartmann
Author

Jonas Hartmann

Spezialist für Bergjagd und Extreme Wetterbedingungen

Jonas Hartmann konzentriert sich auf Jagd unter schwierigen Bedingungen: steiles Gelände, wechselhaftes Wetter und lange Märsche. Seine Artikel basieren auf praktischen Erfahrungen im Feld und beschäftigen sich mit Ausdauer, Vorbereitung und zuverlässiger Ausrüstung.